Freitag, 6. März 2026

13.3.26, 19h: Running Film "Der Mann mit der Kamera"

Die Magie der Erinnerungen an 35-Millimeter-Spulen, die summend im Rücken der Zuschauer ihr flackerndes Licht auf die Leinwand projizieren; ein letztes Husten im gespannten Raum, während die Musiker beim Dimmen des Saallichtes noch kurz ihre Instrumente stimmen...

 

Am 13.März 2026 um 19:00h in der Evangelisch-freikirchlichen Gemeinde 
Eingang Schillerstraße

könnt ihr genau diese Magie wieder erleben.

 

Nach der wundervollen Veranstaltung im letzten Jahr werden auch diesmal wieder 3 Musiker aus der Schweiz und einer aus der Weststadt den Stummfilm "Der Mann mit der Kamera" musikalisch begleiten.

Vertovs bekanntester Film zählt zu den zehn wichtigsten Filmen der Filmgeschichte. In Vertovs Sequenzen, die allesamt in den besten Filmen Hollywoods wiederzufinden sind, werden Chronik und Lebenssymbolik, Fotojournalismus und experimentelle Techniken, Realität und Fiktion nebeneinandergestellt, um den Alltag einer sowjetischen Metropole seiner Zeit ideal darzustellen.

Als Ersatz für den Eintritt wird wie im letzten Jahr um Spenden gebeten.

Donnerstag, 23. Oktober 2025

Mitgliederversammlung 6.11.25

 

Am 06.11.25 findet um 20:00h im Haus Hermann die Mitgliederversammlung des Vereins für die Weststadt statt.

 

Die Tagesordnung lautet wie folgt:

  1. Begrüßung
  2. Feststellung der ordnungsgemäßen Einladung
  3. Genehmigung der Tagesordnung
  4. Jahresbericht des Vorstands für das abgelaufene Kalenderjahr
  5. Finanzbericht des Schatzmeisters
  6. Aussprache über die Berichte
  7. Entlastung des Vorstands
  8. Neuwahl des Vorstands und der Mitglieder des Entscheidungsgremiums Verfügungsfonds
  9. Vereinsziele für das kommende Jahr
  10. Verschiedenes / Stimmen aus der Mitgliedschaft
  11. Schlusswort des Vorsitzenden

Wir haben schon mal ein paar Ideen und Themen für das kommende Jahr entwickelt und würden die gerne mit euch besprechen.
Sofern ihr Wünsche und Vorstellungen habt, die besprochen werden sollen, bitte ich um Mitteilung an Kurt Sommer (kuso@posteo.de)  oder Carsten Gräper (cgraeper@web.de).
Ich würde mich über zahlreiches erscheinen freuen.

Dienstag, 2. September 2025

Begehung Conrebbersweg

Bei der Begehung des Conrebberswegs am 2.9.25 gab es eine außergewöhnlich große Beteiligung. 

Wegen der vielen Teilnehmer fand die angeschlossene Informations- und Diskussionsrunde nicht wie üblich im Haus Hermann, sondern in den Räumen der obw statt.

Es wird keine Beteiligung der Anwohner an den Kosten der Sanierung geben. Zum Ende der Sanierung wird aber ein Ausgleichsbeitrag von den Eigentümern erhoben, wenn eine Wertsteigerung der Grundstücke erfolgt ist, was zu erwarten ist.

Zunächst wurde die bereits begonnene Pflasterung in der Nachbarschaft (Dollartstraße, Torumer Straße, Wynhamer Straße) besichtigt.
Von Anliegern wurde der Wunsch geäußert, die alten Klinker auch im Conrebbersweg weiter zu nutzen um die Gehwege zu Pflastern wie in der Dollartstraße. Es ist zu erwarten, dass das möglich ist. Die Stadt muss aber zunächst prüfen, ob der Zustand der alten Klinker dafür geeignet ist.
Es wurde von Anwohnern darauf hingewiesen, dass bei der Auswahl der Klinker für das Fahrbahnpflaster ausreichend rauhe Steine verwendet werden sollten. Ein schlechtes Beispiel ist hier das Klinkerpflaster in der Annenstraße östlich der Augustenstraße, wo die obenliegende Seite sehr glatt und bei Regen rutschig ist. Der jetzt vorgestellte Klinker - der eine von mehreren Optionen ist - wurde für ausreichend rauh und ansehnlich gehalten.

Es wurde mehrmals der Wunsch geäußert, den Charakter als Allee zu erhalten. Dafür sei es sinnvoll, die Straße gemeinsam mit der Edzardstraße zu planen, da diese beiden Straßen ein Ensemble bilden. Straßenbäume sollten unbedingt erhalten bleiben und ggf ersetzt und ergänzt werden. Bezüglich der Anwohnerfrage, ob die Bäume durch andere Arten ersetzt werden sollten, die mit dem Klimawandel besser klarkommen, kann man davon ausgehen, dass die im Conrebbersweg dominierenden Kastanien gut für das zukünftige Klima geeignet sind. Nach Möglichkeit sollte den Bäumen mehr Raum für die Wurzeln gegeben werden, was beispielsweise durch Einengungen der Fahrbahn erfolgen kann. Die Stadt prüft, welche Maßnahmen hier möglich sind.

Ein einigen Teilen des Conrebberswegs sind Falschparker ein Problem. An den betroffenen Stellen soll das Parken ebenfalls durch Fahrbahneinengungen unterbunden werden. Durch Einengungen soll auch zu schnell fahrender Durchgangsverkehr vermieden werden ("keine Rennbahn"). Angesichts der Grünstreifen zwischen Fahrbahn und Gehweg wird es für unproblematisch gehalten, einen barrierefreien (ebenen) Gehweg ohne Absenkungen an den Einfahrten zu schaffen. Erhöhte Gehwege verringern auch das Risiko, dass Regenwasser aus einem überlaufenden Kanal in die Grundstücke läuft.
Ferner wird die Stadt prüfen, ob LKW-Verkehr untersagt oder eine Fahrradstraße eingerichtet werden kann. Die Einrichtung einer Einbahnstraße rief eher ablehnende Reaktionen hervor.

Der verfügbare Platz im Erdreich unter der Straße reicht nicht, um die Kanalisation zu entflechten, also separate Kanäle für Abwasser und Regenwasser zu schaffen (Trennsystem). Es wird beim bestehenden Mischsystem bleiben. Im Conrebbersweg hat es in der Vergangenheit immer wieder Überschwemmungen durch Starkregen gegeben. In Zukunft werden Starkregenereignisse zunehmen. Die Lage der Weststadt - insbesondere des Conrebberswegs in einer leichten Senke - verstärkt das Problem: Wasser aus einem großen Teil der Stadt kommt an der Weststadt vorbei um ins Klärwerk oder die Ems geleitet zu werden. Bei sehr starkem Regen kann der Hauptkanal kein weiteres Wasser aus der Weststadt aufnehmen, deren Kanäle so gestaut werden. Die Stadtwerke werden sich bemühen, auch im Kanal möglichst viel Stauraum zu schaffen, um das Überlaufen von gestauten Kanälen zu verringern. 
Die Stadtwerke halten es für unbedingt erstebenswert, möglichst viel Wasser in der Grundstücken zu halten und dort versickern zu lassen, statt es in die Kanalisation zu leiten. (Flächenversiegelungen) Dies wird nicht nur die Kanalisation entlasten, sondern auch das für die Wasserversorgung wichtige Grundwasser.

  

Freitag, 22. August 2025

Begehung Conrebbersweg am 02.09.2025

Demnächst wird die Sanierung des Conrebberswegs geplant.

Im Zuge der Planung findet 

am Di, 02.September 2025 um 17:00h eine Begehung des Conrebberswegs

statt. Treffpunkt ist an der Ecke zur Edzardstraße. 


Seit der Abschaffung des Runden Tischs sind Begehungen eine von wenigen verbleibenden Möglichkeiten für die Bürger, sich an der Planung zu beteiligen.

Im Conrebbersweg gibt es viele alte Straßenbäume und altes Straßenpflaster, auf die bei der Sanierung besonders geachtet werden muss. 

 

Es ist eine Anmeldung erforderlich: Per Mail an sanierung@leer.de oder martina.bruns@gfs-mbh.com

weitere Informationen: https://www.leer-weststadt.de/content/beteiligung 

Freitag, 8. August 2025

Nachbarschaftsfest in der Weststadt

Am Samstag, 16.08.25 15:00-18:00Uhr findet im Conrebbersweg und der Klaus-Groth-Straße ein Straßenfest statt.

Es gibt Spiele für Kinder, einen Kinderflohmarkt und vor allem die Gelegenheit, die Nachbarn zu treffen.



Donnerstag, 1. Mai 2025

8.Mai: kein Stammtisch

Der Stadtbaurat hat seine Teilnahme am Stammtisch am 8.Mai 25 abgesagt.

Der Stammtisch wird nicht statt.


Weitere Termine sind: 3.7.;  4.9.;  6.11

Freitag, 25. April 2025

8.Mai 2025: runder Stammtisch

Der Verein für die Weststadt wird

am 8.5.2025 um 20:00h im Haus Hermann

einen runden Stammtisch veranstalten.

Der Stadtbaurat Jens Lüning wird zu Gast sein und Fragen der Bürger beantworten.

Der Stadtbaurat hat seine Teilnahme abgesagt.
Der Stammtisch findet nicht statt.

vorgesehene Themen:

-Schwammstadt
-Entwässerung im Stadtteil
-Lärmschutz am Stadtring
-Verkehrsführung im Stadtteil

 

 

Der Verein für die Weststadt veranstaltet alle zwei Monate einen runden Stammtisch.
Ziel ist es, das Bürgerforum zu ersetzen, das verloren gegangen ist, als Stadt und Stadtrat den Runden Tisch abeschafft haben.

Es werden jeweils aktuelle Themen besprochen.
Zudem gibt es jeweils ein Thema, das detaillierter vorgestellt und besprochen wird.

Weitere Termine sind: 3.7.;  4.9.;  6.11.

Mittwoch, 5. März 2025

Anliegerversammlung Köningskamp

Am Mo, 17.3.25 un 17h werden im Haus Hermann (Hermann-Lange-Ring 28) die Vorentwürfe für den Königskamp vorgestellt.

Eine Woche vorher sollen die Entwürfe auf https://www.leer-weststadt.de/ sein.

 

Für die Teilnahme ist eine Anmeldung erforderlich bei

Frau Fuß (0491/9782129; sanierung@leer.de)   oder

beim Sanierungsbüro (0491/9121416; martina.bruns@gfs-mbh.com)

Montag, 24. Februar 2025

Bauarbeiten Enno-Ludwig-Straße

Die Enno-Ludwig-Straße, der Torumer Straße, der Dollartstraße sowie der Wynhamer Straße werden ab 10.3.25 saniert.
Für die Enno-Ludwig-Straße ist ab dem 17.3.25 eine Straßensperrung für Autos geplant. 

Es werden neue, größere Rohre verlegt. Ein Trennsystem wird - entgegen der ursprünglichen Planung - nicht gebaut.

Informationen über das Bauvorhaben gibt es hier.
Informationen über die Straßensperrung hier.

Informationen über den weiteren Zeitplan gibt es nicht.
Die Bauarbeiten in Wynhamer, Torumer und Dollartstraße sind aber ebenfalls in Naher Zukunft geplant. Das beauftragte Planungsbüro beginnt bereits mit der Beweissicherung für eventuelle Bauschäden an den angrenzenden Gebäuden.

Freitag, 10. Januar 2025

Heimatmuseum: Ausstellung über Altstadtsanierung

Im Heimatmuseum gibt es

noch bis zum 2.2.25 eine Ausstellung über die Altstadtsaierung in den 70ern.

Dargestellt werden die zerstörerischen Pläne, die damals dem Zeitgeist entsprachen - und von denen man heute sehr froh ist, dass engagierte Bürger sie verhindert haben.
Es geht auch um den Umgang der Politik mit den betroffenen Bürgern. 

 

Die Ausstellung ist Mi-So 11:00h - 17:00h geöffnet.

Am So, 12.1.25, 15:00h: letzte Führung durch diese Ausstellung

Am Di, 21.1.25, 18:30h: Zeitzeugengespräch zur Altstadtsanierung


https://www.heimatmuseum-leer.de/index.html

Heimatmuseum Leer
Neue Strasse 12-14
26789 Leer

Donnerstag, 2. Januar 2025

9.1.25, 20h: Neujahrsempfang des Vereins für die Weststadt

Der Verein für die Weststadt wird 

am 9.1.25 um 20:00h im Haus Hermann einen Neujahrsempfang 

veranstalten.

Alle Interessierten sind herzlich eingeladen.


Der Verein für die Weststadt beabsichtigt, alle zwei Monate einen runden Stammtisch zu veranstalten.
Ziel ist es, das Bürgerforum zu ersetzen, das verloren gegangen ist, als Stadt und Stadtrat den Runden Tisch abeschafft haben.

Es werden jeweils aktuelle Themen besprochen.
Zudem wird es jeweils ein Thema geben, das detaillierter vorgestellt und besprochen wird.

Am 9.1.25 wird besprochen, welche Themen das sein sollen.


Weitere Termine sind: 6.3.;   8.5.;   3.7.;   4.9.;   6.11.

Mittwoch, 11. Dezember 2024

Stadtratssitzung am 18.12.24

Am 18.12.24 um 17h ist die nächste Stadtratssitzung.

Die Sitzung ist öffentlich. Bürger können Fragen stellen.


Es werden unter vielem Anderen Weststadtthemen behandelt:

TOP 18: Die Aufweichung des Rahmenplans für die Weststadt

Hintergründe zu diesem Thema kann man hier nachlesen.

TOP 19: Kosten des Sanierungsgebiets Weststadt

Die Änderung der Kostenplanung ist ereits öffentlich.

Von 19.675.000€ sollen 11.673.000€ für Straßen und Kanalisation verwendet werden. 

In der ursprünglichen Planung waren 11.250.000€ dafür vorgesehen, davon 2.000.000€ für die Trennung von Schmutzwasser und Regenwasser, die inzwischen nicht mehr vorgesehen ist. Welchen Anteil die Kanalisation jetzt an den Kosten hat, geht aus den Unterlagen nicht hervor. 

Die Kostenplanung für Spielplätze liegt unverändert bei 600.000€.



Aktuelles zu Terminen der städtischen Gremien gibt es hier im Blog unter Termine.

Mittwoch, 27. November 2024

Wo liegen die Grenzen der „Anpassung“? Der Ausschuss für Stadtentwicklung hat für die Aufweichung der Baulichen Bestimmungen des Rahmenplans Leer-Weststadt gestimmt

 

Am 27. 11. 2024 hat im Rathaus der Ausschuss für Stadtentwicklung getagt und u. a. über eine Sitzungsvorlage vom 22. 10. 2024 zum Tagesordnungspunkt „Anpassung des Rahmenplanes Leer-Weststadt“ entschieden.

Die Vorlage des Bürgermeisters nennt die Gründe für die „Anpassung“: Der im Dezember 2019 beschlossene Rahmenplan für das Sanierungsgebiet Leer-Weststadt formuliere mit seinen im Anhang festgelegten „Baulichen Vorgaben“ aus der Sicht der Planer „sehr restriktive Regelungen“ für die bauliche Entwicklung im Sanierungsgebiet. Damit wollte der Rat der Stadt Leer 2019 in der Übergangsphase bis zur Verabschiedung neuer Bebauungspläne Bauvorhaben vermeiden, die späteren Bebauungsplänen widersprochen hätten. Zugleich sollte so eine unverhältnismäßige Nachverdichtung durch Mehrfamilienhäuser in den Einfamilienhauswohngebieten („große Klötze“) verhindert werden. Der Rahmenplan Weststadt sah in der letzten vom Stadtrat verabschiedeten Fassung aber keinen Entscheidungspielraum für Abweichungen von den Vorgaben vor. Dadurch habe man Bauvorhaben, die aus der Sicht der Planer „an sich sinnvoll“ gewesen wären, wegen „geringer Abweichungen“ ablehnen müssen.

Der Bürgermeister legte dem Ausschuss für Stadtentwicklung deshalb einen Beschluss zur Abstimmung vor, mit dem man in Zukunft die baulichen Vorgaben des Rahmenplans weniger restriktiv handhaben könne. Man wolle „geringe Abweichungen“ tolerabel machen, um damit auch in Grenzfällen eine sanierungsrechtliche Genehmigung zu ermöglichen. In Zukunft solle der regelmäßig nicht-öffentlich tagende Verwaltungsausschuss relativ kurzfristig über „fachlich vertretbare Abweichungen“ vom Rahmenplan beschließen können.

In der Einwohnerfragestunde wurden vor der Abstimmung über diesen Tagesordnungspunkt zwei Fragen gestellt:

Wie kann sichergestellt werden, dass die sehr vagen Formulierungen der Beschlussvorlage nicht dazu führen, Bauprojekte weit jenseits der Vorgaben des Rahmenplans zu ermöglichen, so dass es doch zur Errichtung der „großen Klötze“ kommt?

Wie kann angesichts der Entscheidungen im nicht-öffentlich tagenden Verwaltungsausschuss im Sanierungsgebiet dennoch Transparenz über die Fortentwicklung des Quartiers hergestellt werden?

Letztere Frage wurde kurz damit beantwortet, dass der Verwaltungsausschuss immer schon nicht-öffentlich getagt habe. Damit ist aber die Frage nach den Möglichkeiten zur Schaffung von mehr Transparenz über Planung und Bauvorhaben im Sanierungsgebiet nicht beantwortet worden.

Zur ersten Frage wurde geantwortet, dass man sich bei den Genehmigungen immer im Rahmen des Baurechts bewege. Das Ziel sei die Schaffung zusätzlichen Wohnraums.

Nach Aussagen eines Vertreters der Sanierungsverwaltung und eines Ratsmitglieds der Grünen sei es in den dem Ausschuss für die Entscheidungsfindung vorgelegten Fällen tatsächlich nur um sehr geringe Abweichungen gegangen. Man könne nicht verantworten, diese abzulehnen, wenn dadurch Bauvorhaben verhindert würden. Dazu nahm abschließend der Fraktionsvorsitzende der SPD, Heinz Dieter Schmidt, noch einmal Stellung: Seine Fraktion würde im Vertrauen auf das Fachpersonal auch größeren fachlich vertretbaren Abweichungen vom Rahmenplan zustimmen.

Abschließend stimmte der Ausschuss für Stadtentwicklung folgender Beschlussvorlage zu: „Die ‚baulichen Vorgaben‘ zum Rahmenplan des Sanierungsgebietes Leer-Weststadt werden dahingehend fortgeschrieben, dass geringe Abweichungen / Überschreitungen nicht grundsätzlich zu einer Versagung der sanierungsrechtlichen Genehmigung führen. Beschlüsse zur Zulassung von Abweichungen fasst der Verwaltungsausschuss für jeden Einzelfall.“

Der Stadtrat hatte bereits 2019 die im Entwurf des Runden Tischs Weststadt vorgeschlagenen baulichen Vorgaben deutlich gelockert. Jetzt fasst er seine selbst gesteckten Grenzen noch einmal unschärfer. Wer definiert, was zulässig ist und was nicht? Wann kommt ein gültiger Bebauungsplan, der sich nicht einfach durch Ratsbeschluss aufweichen lässt?

Nach der Wortmeldung von Heinz Dieter Schmidt muss man gespannt sein, welche Veränderungen diese Beschlussempfehlung für die Weststadt mit sich bringt. Droht trotz aller gegenteiligen Beteuerungen damit auch wieder die Gefahr der Errichtung der „großen Klötze“? Der Verwaltungsausschuss berät die Vorlage am 17. 12. 2024 nicht-öffentlich, und der Rat der Stadt Leer entscheidet darüber am 18. 12. 2024 abschließend in öffentlicher Sitzung.

Freitag, 15. November 2024

Neujahrsempfang des Vereins für die Weststadt

 Der Verein für die Weststadt wird 

am 9.1.25 um 20:00h im Haus Hermann einen Neujahrsempfang 

veranstalten.

 

In gemütlicher Atmosphäre soll es einen Austausch über aktuelle Themen geben.

Alle Interessierten sind herzlich eingeladen.

Mittwoch, 13. November 2024

Warum kann es nicht so bleiben wie es ist? – Eindrücke zur ersten Anliegerversammlung zur Erneuerung der Straßen Königskamp und Ohlthaverstraße am 13.November 2024

Der Zuruf aus dem Publikum mit dem Wunsch, doch alles lieber beim Alten zu belassen, bringt die Stimmung der betroffenen Anlieger bei der ersten Anliegerversammlung zur Erneuerung der Straßen Königskamp und Ohlthaverstraße gut zum Ausdruck. Die Stadt Leer hatte zu dieser öffentlichen Versammlung am 13.November 2024 um 17.00 in den Festsaal des Rathauses eingeladen. Zur Anliegerversammlung waren nur 15 betroffene Anlieger erschienen. Insgesamt konnte man etwas mehr als 20 Teilnehmer zählen, darunter interessierte Mitbürger:innen aus der Weststadt, zwei Ratsmitglieder:innen und städtische Mitarbeiterinnen aus dem Haus Hermann. Die schriftliche Einladung zu dieser Versammlung war erst am 4. November erfolgt. Von einem Anlieger kam deshalb die nachvollziehbare Kritik, dass die Einladung zu kurzfristig erfolgt sei. Frau Fuß beschrieb als Ansprechpartnerin der Bauverwaltung der Stadt Leer das Dilemma, dass zu früh ergangene Einladungen die Termine bei vielen Bürgern in Vergessenheit geraten ließen. Sie versprach, in Zukunft Einladungen mit ca. 2 ½ Wochen Vorlaufszeit zu verschicken.
 

Die Tagesordnung beinhaltete die Präsentation der beiden Umgestaltungspläne für die Straßen Königskamp und Ohlthaverstraße und die anschließende Diskussion mit den eingeladenen Zuhörern. Die Pläne wurden präsentiert von M. Hennemann und S. Oeltjen vom Ingenieurbüro Börjes GmbH & Co. KG aus Westerstede. Dieses Büro war auch für die Planungen für die Neugestaltung der Straßenzüge Torumer Straße, Wynhamer Straße, Dollartstraße und Enno-Ludwig-Straße („Neu-Amerika“) zuständig.
Die aktuellen Pläne basierten auf dem typischen modernen Erscheinungsbild der neu gestalteten Straßenzüge der Weststadt. Zusätzliche Planungsgrundlage war eine am 27. Mai 2024 stattgefundene Begehung und Befragung von einigen Anwohner:innen der beiden Straßenzüge, in der die Teilnehmenden den Mitarbeiterinnen der Stadt Anregungen und Wünsche für die Entwurfserstellung mitgaben. Die daraufhin entwickelten Entwurfspläne finden sich unter:


https://www.leer-weststadt.de/sites/leer-weststadt.de/files/pdf/Lageplan%20Ohlthaverstra%C3%9Fe_0.pdf

https://www.leer-weststadt.de/sites/leer-weststadt.de/files/pdf/Lageplan%20K%C3%B6nigskamp_0.pdf

Im Anschluss an die Präsentation dieser Entwurfspläne wurde zunächst der Planungsvorschlag für den Königskamp intensiv und energisch diskutiert. Im Laufe der Diskussion stellte sich heraus, dass weder die denkmalwürdige Siedlungsstruktur aus dem Jahr 1938 Berücksichtigung bei den Planungen gefunden hatte, noch der Bauverein als Besitzer der 15 historischen Doppelhäuser zu den Planungen befragt worden war, was zu offensichtlich Planungsfehlern wie z.B. fehlenden Einfahrten für die Doppelhäuser führte. Der Bauverein hatte sich bei der Begehung am 27. Mai entschuldigen lassen und war danach nicht mehr kontaktiert worden.

Anscheinend waren nur zwei der im Rathaus Anwesenden auch als Anwohner:innen bei der Begehung und Befragung am 27. Mai 2024 dabei gewesen, so dass sich jetzt eine andere Erwartungshaltung für die Entwurfserstellung entwickelte: eine angepasste Lösung für die Überquerung der Ubbo Emmius-Straße zum Lidl-Markt an der westlichen Einmündung, durchgezogene Bürgersteige, keine doppelte Verschwenkung der Straße, ein durchgängiger Straßenbelag, keine Grünbeete, die später nicht gepflegt werden könnten etc. Es wurde der ausdrückliche Wunsch geäußert, die Straßengestaltung mit der denkmalwürdigen Siedlungsstruktur in Einklang zu bringen.
 

Die Präsentation für die Planungen zur Olthaver Straße traf dagegen auf weitgehende Zustimmung und rief nur wenig Widerspruch hervor. Bei der Einfahrt in die Olthaver Straße solle so geplant werden, dass eine Straßenverengung durch ein Grünbeet nicht zu Rückstaus in den Pastorenkamp führe. Am Ende wurde zusammengefasst, dass man auf der Grundlage der Diskussion für die Olthaver Straße noch 2025 mit dem Ende der Planungen und der Umsetzung rechnen könne, während die Planungen für den Königskamp neue Entwürfe erforderlich seien, die in einer weiteren Anliegerversammlung präsentiert und diskutiert werden müssen. Nach diesen Erfahrungen, die an den schwierigen Prozess für die Neuplanung der Straßenzüge in der historischen Siedlung zwischen Torumer Straße und Enno-Ludwig-Straße erinnern, stellt sich die Frage, wie repräsentativ und valide das Vorgehen der Stadt bei diesen Planungen tatsächlich den Willen der Bürger widerspiegeln kann. Die Befragungsergebnisse erscheinen eher zufällig und können deshalb von mal zu mal konträr sein. Und von aktiver Bürgerbeteiligung kann bei dieser Resonanz auch kaum die Rede sein. Der Runde Tisch, kaum ist er abgeschafft worden, fehlt den Bürgern der Weststadt für Austausch und Information und den städtischen Planern zur Legitimation ihrer Entscheidungen. Der Runde Tisch konnte diese doch thematisch eng fokussierten Veranstaltungen mit angrenzenden, in anderen Veranstaltungen thematisierten Straßenplanungen in einen Kontext setzen und ließ eine gesamtheitliche Sicht auf die Planung der Weststadt und die dafür nötige Diskussion zu.
 

Frau Fuß schlug im persönlichen Gespräch vor, dass sich Vertreter der Stadt auch mit interessierten Gruppen auf Einladung in einem öffentlichen Rahmen zu Fragen zur Entwicklung des Sanierungsvorhabens in der Weststadt treffen.

Montag, 4. November 2024

Anliegerversammlung Ohlthaverstraße und Königskamp

 Die Anliegerversammlung sind die verbleibende Form der Bürgerbeteiligung. Es ist eine Anmeldung erforderlich. Trotz des Namens können alle Interessierten teilnehmen.

Es sollen die Gestaltung von einzelnen Straßenzügen besprochen werden. Themen, die den ganzen Stadtteil betreffen sollen nicht mit den Bürgern diskutiert werden.
 
Am 13.11.24, 17:00h gibt es eine Anliegerversammlung für Ohlthaverstraße und Königskamp.
Sie findet im Rathaus im Historicshen Festsaal statt. (ganz oben, der Raum in dem Ratssitzungen stattfinden)
Anmeldung bis zum 11.11.24 bei Frau Fuß (sanierung@leer.de oder 0491/9782129) oder beim Sanierungsbüro (martina.bruns@gfs-mbh.com oder 0491/9121412)
 
Die ausgearbeiteten Pläne kann man hier einsehen:
 
 

Dienstag, 29. Oktober 2024

14.11.24: Mitgliederversammlung des Vereins für die Weststadt

 Am 14.11.24 findet um 20:00h im Haus Hermann die Mitgliederversammlung des Vereins für die Weststadt statt.

 

Die Tagesordnung lautet wie folgt:

  1. Begrüßung
  2. Feststellung der ordnungsgemäßen Einladung
  3. Genehmigung der Tagesordnung
  4. Jahresbericht des Vorstands für das abgelaufene Kalenderjahr
  5. Finanzbericht des Schatzmeisters
  6. Aussprache über die Berichte
  7. Entlastung des Vorstands
  8. Neuwahl des Vorstands
  9. Bericht über die Vereinsziele für das kommende Jahr
  10. Verschiedenes / Stimmen aus der Mitgliedschaft
  11. Schlusswort des Vorsitzenden

Wir haben schon mal ein paar Ideen und Themen für das kommende Jahr entwickelt und würden die gerne mit euch besprechen.
Sofern ihr Wünsche und Vorstellungen habt, die besprochen werden sollen, bitte ich um Mitteilung an Kurt Sommer (kuso@posteo.de)  oder Carsten Gräper (cgraeper@web.de).
Ich würde mich über zahlreiches erscheinen freuen.

Donnerstag, 12. September 2024

Dritter Akt: Sitzung des Stadtrats Leer – Endgültige Abschaffung des Runden Tischs und der Sanierungskommission Weststadt

 „Optimierung der Bürgerbeteiligung“ in der Weststadt in Leer?  oder wie basisdemokratische Mitbestimmung und Bürgerbeteiligung in der Stadt Leer abgebaut werden. Eine Farce in drei Akten.

In der Ratssitzung des Stadtrats vom 12. September wurde die Abschaffung des Runden
Tischs und Sanierungskommission mit dem Tagesordnungspunkt 9 abgehandelt (Sit-
zungsvorlage für die öffentliche Stadtratssitzung vom 16.08.2024, Beschluss-Nr.
2.60/XVIII/1037/24):
Die Sitzungsvorlage (s.o.) wurde diskutiert und von drei Ratsmitgliedern deutlich infrage
gestellt. Frau Engeline Kramer kritisierte, dass man mit dieser Vorlage die Arbeit eines gut
arbeitenden basisdemokratischen Gremiums ohne Not beende. Der Runde Tisch sei eine
wichtiges Verbindungsglied der Kommunikation zwischen den Bewohnern der Weststadt
und der Politik und der Verwaltung.
Verwaltung und Politik sollten souverän genug sein, die Kritik der Bürger aus dem Run-den
Tisch auszuhalten und konstruktiv damit umgehen. Das sei ihre Aufgabe.
Es stelle sich die Frage, ob es rechtlich zulässig sei, die Arbeit eines gewählten städ-
tischen Gremiums während der Legislaturperiode aufzuheben.
Und sie fragte nach, wie die Entschlussvorlage zustande gekommen sei, da man vorher in
den Fraktionen nicht darüber diskutiert habe. So hätten die Ratsmitglieder erst mit der
Einladung und mit der Übersendung der Sitzungsvorlage von dem Vorhaben erfahren.
Darauf wurde geantwortet, dass der Bürgermeister nach einer Absprache mit den drei
Fraktionsvorsitzenden der SPD, der CDU und der Grünen (Heinz-Dieter Schmidt, Ulf-
Fabian Heinrichsdorff , Bruno Schachner) die Vorlage habe erstellen lassen.
Engeline Kramer stellte den Antrag, den Tagungsordnungspunkt 9 zu verschieben, um ihn
zunächst einmal in den Fraktionen diskutieren zu können
Frau U. Stevens-Kimpel verteilte vor der Sitzung eine schriftliche Stellungnahme zu der
Beschlussvorlage, die sie während der Sitzung verlas:
„Die Verwaltung beansprucht nun, den Runden Tisch und die Sanierungskommission
aufzulösen, um ‚die Einbindung der Bürger zu erhöhen‘. Die öffentliche Begründung
lautete, dass die Bürgerbeteiligung an den Runden Tischen des Stadtteils zu gering sei und
man daher die Runden Tische auflösen solle. Die interne Begründung war die kritische
Haltung der Bürger gegen die Maßnahmen der Verwaltung. Die Fraktionsspi-tzen, die sich
öfters treffen, stimmten dem Vorschlag der Verwaltung nach Auflösung zu.
Die Verwaltung und große Teile der Politik übersehen jedoch dabei, dass sie mit diesem
Vorhaben den Einfluss von Bürgern auf die in ihrer Stadt gefällten Entscheidungen ver-
ringern, dass sie demokratische Strukturen abbauen. Die Bürger konnten in diesen Sit-
zungen Fragen stellen, Vorschläge machen, sich untereinander zu Problemen und Lö-
sungen austauschen, Vorschläge für Themen der Sitzungen machen. Die Runden Tische
und die Sanierungskommission waren vorbildlich für eine Beteiligung von Bürgern an ihrer
Stadt. Der Abbau widerspricht dem Konzept „Soziale Weststadt“.
Gegen den Abbau der Sanierungskommission und der Runden Tische spricht:
1. Die Mitglieder der Sanierungskommission sowie die Kommissionsleitenden sind
gewählte Bürger, die nicht damit rechnen konnten auf so eine Weise (ohne Infor-
mation durch die Verwaltung und Diskussion) abgesägt zu werden.
2. 2. Die Sitzungsleitende [der Sanierungskommission] hat das Gefühl, dass dieses
Vorgehen politisch motiviert ist.
3. 3. In einer Fraktionssitzung wurde mitgeteilt, dass dieses Vorhaben von allen
Fraktionsspitzen gebilligt worden sei. Zu fragen ist nun, welcher Demokratiebe-griff
liegt einem solchen informellen, die Entscheidungen der Stadtratsmitglieder
vorbereitenden Gremium zugrunde, dass die Stadtentwicklung zu präformieren
sucht.
4. In der Begründung für diesen Abbau von demokratischen Rechten der Bürger
wurde behauptet, dass durch den Wegfall des Runden Tisches und der
Sanierungskommission unberechtigte Kritik von Bürgervertretern und Infrage-
stellungen von Verwaltungspraxis vermieden werde. In der Kommissionssitzung
hatte der Bürgermeister dann auch einen der kritischen Bürgervertreter stark
kritisiert und dessen Äußerungen zurückgewiesen.
5. Abbau von Kritik führt zu Stillstand und zur Entmündigung, Resignation sowie
Politikverdrossenheit der Bürger.
Die Bürger der Weststadt stellten Fragen an die Verwaltung, suchten Alternativen,
machten Vorschläge an die Verwaltung, zeigten ihre Betroffenheit. Nur durch einen
Dialog zwischen der Verwaltung, dem Bürgermeister, der Politik und vor allem den
Bürgern können Alternativen erarbeitet werden, die für die Bürger nachvollziehbar
sind und deren Kosten und Folgen sie zu tragen haben werden. Diese Funktion
haben der Runde Tisch und die Sanierungskommission bisher erfolgreich
wahrgenommen. Die Bürger wissen, dass die Entscheidungen nicht von ihnen
getroffen werden, aber sie wollen mitarbeiten an der Entwicklung ihrer Stadt.“

Im Anschluss an die Diskussion wurde der Antrag auf Verschiebung des Tagesordnungs-
punkts von den Ratsmitgliedern mehrheitlich abgelehnt. Dem Beschlussvorschlag des
Bürgermeisters wurde anschließend mit dem Stimmen der SPD und der CDU mehrheit-
lich zugestimmt.


Der Beschlussvorschlag lautete:
„Es wird beschlossen, dass
1. die Beteiligung der Betroffenen und der Öffentlichkeit an der Umsetzung von Maßnah-
men im Sanierungsgebiet Leer-Weststadt künftig als maßnahmebezogene Beteiligung
(direkte Einladung Betroffener, breite Information über den Newsletter der Sanierung)
erfolgt,
2. Sitzungen des Runden Tisches und der Sanierungskommission künftig nicht mehr
stattfinden und
3. über die Ergebnisse der maßnahmebezogenen Beteiligung der zuständige Fachaus-
schuss informiert wird, der über das jeweilige Thema weitergehend berät.“

 
Mit der Annahme des Beschlussvorschlags und der damit einhergehenden Abschaffung
des Runden Tischs und der Sanierungskommission verzichtet die Stadt Leer auf ein bei-
spielgebendes und wichtiges Instrument der Bürgerbeteiligung. Wenn in Zukunft Stadt
und Sanierungsmanagement zur Bürgerbeteiligung einladen, werden schon Planungs-
leistungen erfolgt und Fakten geschaffen worden sein. Eine gemeinsame Vorbereitung
oder anschließende Bewertung der Maßnahmen durch die Bürger am Runden Tisch wird
nicht mehr stattfinden.
Paul Weßels

 

Die ganze Farce gibt es hier.

Dienstag, 10. September 2024

Zweiter Akt: Offener Protestbrief an die Stadt Leer

 „Optimierung der Bürgerbeteiligung“ in der Weststadt in Leer? – oder wie basisdemokratische Mitbestimmung und Bürgerbeteiligung in der Stadt Leer abgebaut werden. Eine Farce in drei Akten.

Bislang hat es seit 2017 in der Weststadt kaum mehr als acht Veranstaltungen zur maß-
nahmebezogenen Bürgerbeteiligung gegeben, die z. B. als Straßenbegehungen oder als
Anliegerversammlungen ohnehin eher Pflichtcharakter haben. Währenddessen hat der
Runde Tisch etwa 40mal getagt hat und seine aktiven Mitglieder für die Bevölkerung der
Weststadt ständig ansprechbar waren. Wie sollte eine von der Bauverwaltung gesteu-
erte, maßmahmebezogene Bürgerbeteiligung diese Intensität aufwiegen?
In einer ersten Reaktion hat Paul Weßels am 10. September einen offenen Brief zur „Auf-
hebung der „Bürgerbeteiligung von unten“ im Sanierungsgebiet Leer-Weststadt durch
Auflösung des Runden Tisches“ an den Bürgermeister Claus Peter Horst, die Bauverwal-
tung der Stadt Leer, die Fraktionsvorsitzenden und die Ostfriesen Zeitung gesandt:
„[…] Der Runde Tisch hat sich, seitdem es ihn gibt, als Instrument stetiger, aktiver und
engagierter Bürgerbeteiligung bewährt, ein Ort der praktischen und kritisch-produktiven
und manchmal für die Verantwortlichen auch unbequemen Begleitung der Planungen im
Sanierungsvorhaben.
Deshalb muss ich Protest einlegen gegen den Text der Sitzungsvorlage und das mit dem
Beschlussvorschlag formulierte Vorhaben, mit der heutigen Sitzung des Ausschusses für
Stadtentwicklung den Runden Tisch ersatzlos aufzulösen. In der Vorlage wird der Ein-
druck erweckt, Bürgerbeteiligung und Engagement hätten so stark nachgelassen, dass
eine Fortsetzung des Runden Tischs nicht mehr vertretbar sei. Tatsächlich ist aber durch
und mit dem Runden Tisch eine dauerhafte aktive und aktivierende Bürgerbeteiligung im
Quartier zu verzeichnen, die weit über das übliche Maß hinausgeht.
Auch in den letzten Jahren war bei den Sitzungen des Runden Tischs eine gute Beteili-gung
eher die Regel. Das ist ein beachtenswertes Ergebnis, da es oftmals recht um kom-plexe
verwaltungs- und bautechnische Inhalte geht. Und bei besonderen Themen war das
Engagement noch deutlich höher. Gerade die letzten Aktionen wie die Begehung der
Straßen Königskamp und Ohlthaverstraße oder die drei Anliegerversammlungen Toru-
mer, Wynhamer, Enno-Ludwig- und Dollartstraße zeigen, wie wichtig und effektiv eine
Begleitung solcher Treffen durch den Runden Tisch gewesen ist. Wenn der Runde Tisch
aufgelöst wird, entzieht man den Bürgern des Quartiers ein sehr niedrigschwelliges An-
gebot, sich immer dann in die Diskussion einzubringen, wenn es um für sie dringliche
Angelegenheiten geht.
Mit der Aufnahme des Sanierungsgebiets "Leer-Weststadt" in das bundesweite Förder-
programm "Soziale Stadt / Sozialer Zusammenhalt" ist auch das Ziel formuliert worden,
das Stadtquartier erfolgreich und nachhaltig lebenswerter und attraktiver zu gestalten
und dabei möglichst viele Menschen aus dem Quartier einzubinden. Das kann nicht
durch städtische Bürgerinformationsveranstaltungen, hierarchische Strukturen und
„Politik von oben“ erreicht werden.
Der Runde Tisch hat dagegen ein über das übliche Maß hinausgehendes bürgerliches
Engagement von unten ermöglicht. Daraus ist eine aktive und kritische Mitgestaltung im
Quartier und eine neue Identifikation mit dem Stadtteil erwachsen. Aus dem Runden
Tisch sind viele private Initiativen entstanden. Der Runde Tisch hat von Beginn an die
Gemeinwesenarbeit stark unterstützt und sich auch bei der Verteilung der Mittel aus dem
Verfügungsfonds eingebracht. Mit dem Runden Tisch ist in der gesamten Weststadt ein
eigenständiges Stadtteilleben aufgeblüht, das sich zum Beispiel in Straßenfesten,
Spielkreisen, Spielplatzinitiativen oder dem Entstehen von Vereinen manifestiert.
Damit ist ein Entwicklungsprozess im Stadtteil in Gang gesetzt worden, der dem Gebiet
eine neue eigene Identität im Rahmen der Stadt Leer gegeben hat. Gerade durch die
nachhaltige Verbesserung des sozialen Zusammenhalts mit der aktiven Unterstützung
des Runden Tischs ist also ganz im Sinne der Zielformulierung der „Sozialen Stadt“ auch
der Anstoß zur Entstehung eines lebensfähigen Quartiers mit positiver Zukunftsperspek-
tive gegeben worden.
Vor diesem Hintergrund klingt der Wortlaut des Tagesordnungspunkts „Optimierung der
Bürgerbeteiligung im Sanierungsgebiet Leer-Weststadt“ fast euphemistisch. Eine städ-
tische Verwaltung sollte souverän und selbstbewusst genug sein, ein manchmal kriti-
sches und unbequemes Gremium wie den Runden Tisch nicht nur zu ertragen, sondern
auch die positiven Anstöße, die daraus hervorgehen, auf- und mitunter auch anzuneh-
men.
Das Sanierungsgebiet Weststadt wird noch mindesten zehn Jahr fortbestehen. Nicht nur
für mich, sondern auch für viele andere Bürger des Quartiers ist der Runde Tisch ein
wesentlicher und auch für die Zukunft des Quartiers unverzichtbarer Bestandteil. Eine
Aufhebung dieses Instruments der Teilhabe von unten wäre aus der Sicht der Bürger der
Weststadt ein großer Fehler!“
 

Ausgehend von diesem Schreiben hat der Journalist Jonas Bothe in der Ostfriesen Zei-
tung vom 12. September auf die drohende Aufhebung der Bürgerbeteiligung in der West-
stadt aufmerksam gemacht (https://is.gd/qawK7d).

 

Die ganze Farce gibt es hier.